06.08.2025 | 06:00
Zinspoker und Rohstoff-Schach: Deutsche Bank, Globex Mining und Rio Tinto in der Analyse
Geopolitische Spannungen sind der neue Marktstandard, kein Ausnahmefall. Handelskonflikte eskalieren global, Zölle werden zum Schachspiel um Rohstoffe und Einfluss. Militärische Verschiebungen destabilisieren Lieferketten. Gleichzeitig zögern Notenbanken trotz gesunkener Inflation mit Zinssenkungen, halten den Druck hoch. In diesem turbulenten Umfeld entscheidet das Verständnis makroökonomischer Kräfte über Gewinn und Verlust. Wer die Zeichen liest, findet Chancen. Welcher dieser drei Akteure: Deutsche Bank, Globex Mining und Rio Tinto bietet Potenzial?
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
DEUTSCHE BANK AG NA O.N. | DE0005140008 , GLOBEX MINING ENTPRS INC. | CA3799005093 , RIO TINTO LTD | AU000000RIO1 , RIO TINTO PLC LS-_10 | GB0007188757
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Inhaltsverzeichnis:

"[...] Die Dominanz Chinas ist unter anderem ein Grund dafür, weswegen wir uns so stark auf dem Wolfram-Markt engagieren. Hier sind rund 85% der Produktion in chinesischer Hand. [...]" Dr. Thomas Gutschlag, CEO, Deutsche Rohstoff AG
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Deutsche Bank - solide Halbjahresbilanz und klarer Kurs
Die Deutsche Bank erzielte im 1. Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 5,3 Mrd. EUR, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte, etwa aus dem Postbank-Verfahren, stieg das Ergebnis sogar um 37 %. Treiber waren alle vier Kerngeschäfte, besonders stark glänzten Firmenkunden und Vermögensverwaltung. Die Erträge kletterten um 6 % auf 16,3 Mrd. EUR. Die Kostendisziplin blieb trotz Wachstum aufrechterhalten. Die bereinigten Aufwendungen stagnierten bei 10,1 Mrd. EUR. Mit einer Eigenkapitalrendite (RoTE) von 11,0 % und Kostendeckung von 62,3 % sind die Zwischenziele für 2025 bereits erreicht.
Die Digitalisierung und schlankere Prozesse tragen Früchte. Das Effizienzprogramm von 2,5 Mrd. EUR ist zu 90 % umgesetzt, durch Filialoptimierung und klugen Personaleinsatz. Gleichzeitig investiert der Konzern in Innovationen. Künstliche Intelligenz und Cloud-Technologien sollen neue Ertragsquellen erschließen. Die "Globale Hausbank"-Strategie zeigt Wirkung, denn die Kundeneinlagen wuchsen, und die Sparten arbeiten enger verzahnt zusammen. Auch die nachhaltigen Finanzierungen legten deutlich zu, mit einem Rekordquartal von 28 Mrd. EUR. Die Transformation zum effizienteren, kundenfokussierten Institut schreitet planmäßig voran.
Die Bank steht finanziell auf soliden Füßen. Die Kernkapitalquote (CET1) kletterte auf 14,2 %, ein Puffer, der Spielraum für Investitionen und Ausschüttungen lässt. Selbst im jüngsten EU-Stresstest unter extremen Szenarien blieb die Quote deutlich über Mindestanforderungen. Die Risikovorsorge für Kredite sank um 2 %, was für ein gesundes Portfolio spricht. Zwar fordern Zinsunsicherheiten und Regulierung weiterhin Flexibilität. Doch aktuell wirkt das Institut widerstandsfähiger denn je. Das Management bekräftigt seine Ausschüttungsziele, was ein klares Vertrauenssignal an Aktionäre ist. Die Aktie notiert momentan bei 29,24 EUR.
Globex Mining – breit aufgestellt im Rohstoffsektor
Mit über 250 Projekten in Nordamerika bietet Globex eine außergewöhnliche Risikostreuung im Rohstoffsektor. Rund die Hälfte entfällt auf Edelmetalle wie Gold und Silber, deren Preise in diesem Jahr stark gestiegen sind. Das schuldenfreie Unternehmen setzt nicht auf Eigenproduktion, sondern verpachtet Lagerstätten gegen Cash Zahlungen, Aktien oder Optionen an spezialisierte Partner. Diese übernehmen Explorationskosten und Risiken, während Globex am Ende Lizenzgebühren (Royalties) erhält sobald die Projekte in Produktion gehen. Das Modell generiert einen kontinuierlichen Nachrichtenfluss ohne Kapitalbindung und positioniert das Unternehmen ideal im aktuellen Rohstoffboom.
Aktuelle Meldungen untermauern die Strategie. Beim Antimony-Goldprojekt Bald Hill bei New Brunswick bestätigte ein 3.150 m Bohrprogramm eine Mineralisierung über 400 m Strecke, offen in alle Richtungen. Parallel wurde die Mineralressource im Goldprojekt Duquesne West in Québec auf 1,46 Mio. Unzen bei 1,69 g/t Goldgehalt hochgestuft. 44 % des Materials eignen sich für Tagebau, der Rest für Untertageförderung. Das Ziel ist nun eine Steigerung auf über 2 Mio. Unzen durch weitere Exploration. Am 23. Juli sicherte sich Globex das Salt Spring Projekt in Arizona, dass rund 334 ha groß ist und über 40 Claims verfügt. Bei Gesteins- und Bodenproben wurden bereits Goldgehalte von bis zu 25,6 g/t gefunden.
Globex’ Fokus auf Nordamerika zahlt sich aus. Handelskonflikte und Lieferkettenrisiken erhöhen die Nachfrage nach Rohstoffen aus sicheren Jurisdiktionen. Während Industriekonzerne unter Zöllen leiden, profitiert das Lizenzmodell von der Suche nach sicheren Quellen. Dabei agiert das Unternehmen ohne Risiko. Die Partner stemmen die Explorationskosten und sollte ihnen das Geld ausgehen geht das Projekt zurück in den Besitz von Globex, die dann über neue Informationen zur Liegenschaft und dessen Vorkommen verfügen. Ist der Partner erfolgreich und bringt das Projekt in die Produktion sammelt Globex Royalties ohne nennenswerte Verbindlichkeiten. In unsicheren Zeiten wird dieser risikominimierte Ansatz mit breitem Metallmix zum entscheidenden Plus. Die Aktie ist aktuell für 1,33 CAD zu haben.
Rio Tinto - robuster Betrieb trotz Preisdruck
Rio Tinto zählt zu den globalen Schwergewichten im Bergbau, mit Schwerpunkten auf Eisenerz, Aluminium und Kupfer. Das aktuelle Halbjahr 2025 zeigt ein Unternehmen im Spannungsfeld zwischen solidem Tagesgeschäft und strategischer Neuausrichtung. Die operativen Ergebnisse im 2. Quartal überzeugten. Eisenerz bleibt auf Kurs für die leicht nach unten angepasste Jahresprognose, während Kupfer und Bauxit sogar leicht darüber liegen. Schlüsselprojekte wie Simandou in Guinea und Oyu Tolgoi laufen planmäßig und im Budgetrahmen. Die Eisenerzförderung erreichte ein Rekordhoch für ein 2. Quartal. Die Kupferproduktion legte mit 229.000 t kräftig um 9 % gegenüber dem Vorquartal zu, getrieben von besseren Erzgehalten und der wachsenden Leistung in Oyu Tolgoi.
Rio Tinto baut systematisch seine Position in Zukunftsmärkten aus. Die Integration der milliardenschweren Arcadium-Lithium-Übernahme läuft nach Plan und soll den Konzern zu einem bedeutenden globalen Player im Batterierohstoff-Markt machen. Ergänzend dazu treiben Joint Ventures in Chile und eigene Projekte in Argentinien und Kanada das Wachstum im Lithiumbereich voran. Parallel dazu schreiten die hochkarätigen Eisenerzprojekte Simandou, bei der die ersten Lieferungen Ende 2025 geplant sind, sowie Brockman Syncline 1 und Hope Downs 2 in Australien zügig voran. Diese Investitionen diversifizieren das Portfolio weg von der starken Eisenerz-Abhängigkeit.
Finanziell agiert Rio Tinto weiterhin robust, auch wenn die massiven Wachstumsinvestitionen sichtbar sind. Die Verschuldung stieg deutlich an, primär getrieben durch die Arcadium-Übernahme, bleibt aber auf einem beherrschbaren Niveau. Die Dividende bleibt trotz Gewinnrückgangs im Vergleich zum Vorjahr auf einem attraktiven Niveau. Die Kostenkontrolle funktioniert weitgehend, wobei äußere Faktoren wie US-Zölle auf Aluminium spürbare, aber teilweise kompensierte Belastungen brachten. Die Prognosen für die meisten Kernprodukte wurden bestätigt oder leicht nach oben angepasst. Nach den Zahlen ging es für die Aktie erst einmal bergab. Aktuell kostet ein Anteilsschein 60,00 USD.
In unsicheren Zeiten mit geopolitischen Verwerfungen und zögerlichen Notenbanken setzen die drei analysierten Unternehmen auf unterschiedliche Stärken. Die Deutsche Bank punktet mit solider operativer Performance, strikter Kostendisziplin und erfolgreicher digitaler Transformation, was ihr eine robuste Basis für die kommenden Herausforderungen gibt. Globex Mining nutzt sein innovatives, schuldenfreies Lizenzmodell mit über 250 Projekten, um risikominimiert vom Rohstoffboom und der Suche nach sicheren Nordamerika-Ressourcen zu profitieren. Rio Tinto zeigt sich trotz hoher Investitionen in strategische Zukunftsmärkte wie Lithium und der Abkehr von reiner Eisenerzabhängigkeit operativ robust und hält an seiner attraktiven Dividendenpolitik fest.
Interessenskonflikt
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