22.07.2025 | 06:00
Xiaomi, Silver North Resources, Super Micro Computer: Wer leidet und wer profitiert vom strukturellen Silber-Engpass?
Silber – der unsichtbare Motor der Tech-Revolution – wird zur Mangelware. Explodierende Preise spiegeln nicht nur Anlegerinteressen wider, sondern einen strukturellen Engpass. Die Nachfrage aus Solarindustrie, E-Mobilität, KI, Elektronik und Rüstung frisst Reserven, während Förderung und Recycling hinterherhinken. Die Industrie kämpft derzeit um jede Unze. Prognosen sehen den Silberpreis langfristig bei über 50 USD. Wer nutzt diesen Hebel und wo gibt es Risiken? Xiaomi braucht Silber für seine E-Mobilität- und Elektronik-Sparte. Der Silberexplorer Silver North Resources erschließt Silbervorkommen und Super Micro Computer treibt den Verbrauch an.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
XIAOMI CORP. CL.B | KYG9830T1067 , SILVER NORTH RESOURCES LTD | CA8280611010 , SUPER MICRO COMPUT.DL-_01 | US86800U1043
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Inhaltsverzeichnis:

"[...] Nickel profitiert also gleich doppelt: Erstens von der wachsenden Bedeutung innerhalb von Batterien und zweitens von der allgemein wachsenden Nachfrage nach derartigen Speichern. [...]" Terry Lynch, CEO, Power Nickel
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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Xiaomi - Silberkosten, Elektroauto-Boom und strategische Partnerschaften
Als globaler Elektronikhersteller ist Xiaomi stark von Silber abhängig. Das Metall steckt in Smartphones (40–60 mg pro Gerät), Haushaltsgeräten und E-Auto-Komponenten – besonders in sensiblen Bauteilen wie Leiterplatten oder Sensoren. Der Silberpreis kletterte 2025 deutlich, getrieben durch Nachfrage aus Elektromobilität und erneuerbaren Energien. Für Xiaomi bedeutet das spürbare Materialkostensteigerungen. Zulieferer wie Murata oder TDK gaben bereits Preiserhöhungen um bis zu 20 % weiter. Da der Elektronikmarkt hart umkämpft ist, kann Xiaomi diese Kosten nur begrenzt an Kunden weitergeben – eine potenzielle Margenbremse.
Xiaomis E-Auto-Sparte liefert beeindruckende Zahlen. Das SUV-Modell YU7 sammelte 289.000 Vorbestellungen binnen einer Stunde, die Auslieferungen starteten im Juli 2025. Bereits im 1. Halbjahr wurden 160.000 Fahrzeuge ausgeliefert. Das Segment wächst rasant. Es steuerte im 1. Quartal bereits 17 % zum Konzernumsatz bei und erzielte eine Bruttomarge von 23,5 %. Parallel dazu bleibt das Kerngeschäft robust. Xiaomi hält weltweit Platz 3 im Smartphone-Markt mit etwa 14 % Anteil und dominiert in China mit 18,8 % Marktanteil. Das IoT-Segment legte zuletzt um 59 % zu, angetrieben durch Klimageräte und Kühlschränke.
Um Technologie und Skaleneffekte zu stärken, setzt Xiaomi auf Schlüsselpartnerschaften. Mit BYD kooperiert das Unternehmen bei Batterien und Smartphone-Komponenten. Kürzlich besichtigten die CEOs beider Firmen gemeinsam ein Xiaomi-Werk, was Spekulationen über eine vertiefte Zusammenarbeit befeuerte. Zudem arbeitet Xiaomi mit Nvidia an KI-Lösungen für autonomes Fahren, ein kritisches Feld nach einem tödlichen Unfall im März 2025. Ergänzt wird dies durch eigene Initiativen. Das hauseigene HyperOS verbindet alle Produktkategorien, und ein neues Forschungszentrum in Deutschland unterstreicht die Europa-Ambitionen. Die Aktie steht derzeit bei 6,284 EUR.
Silver North Resources - Gelder gesichert, Fokus auf Yukon-Projekte
Silver North Resources hat seine Privatplatzierung erfolgreich abgeschlossen. Rund 2,1 Mio. CAD fließen durch den Verkauf steuerbegünstigter Flow-Through-Einheiten zu 0,21 CAD je Einheit in die Kasse. Das Modell bietet Investoren steuerliche Vorteile, da die Mittel bis Ende 2026 vollständig für kanadische Explorationsausgaben im Yukon verwendet werden müssen. Zusätzlich plant das Unternehmen, eine weitere Platzierung von bis zu 500.000 CAD für Betriebskosten und Projektentwicklung einzunehmen. Das Budget ermöglicht konzentrierte Arbeit an den Schlüsselprojekten Haldane und GDR.
Im historischen Keno-Hill-Silberdistrikt punktet Silver North mit seinem Projekt Haldane, das sich zu 100 % im eigenen Besitz befindet. Die Bohrkampagne 2024 lieferte starke Ergebnisse an der neu identifizierten Main Fault Zone. Bis zu 28 m breite mineralisierte Zonen mit beachtlichen Silberwerten von bis zu 1.088 g/t, teils zusammen mit unerwartet hohen Goldgehalten mit bis zu 3,9 g/t. Besonders die Kombination aus hochgradigen Adern und breiter, niedriger-gradiger Mineralisierung in den Gangscharen erhöht das wirtschaftliche Potenzial signifikant. Für 2025 sind ab August 10 Bohrlöcher über rund 2.500 m geplant, um diese vielversprechende Struktur entlang ihres Streichens und in die Tiefe zu verfolgen.
Im aufstrebenden Silvertip-CRD-Distrikt setzt Silver North auf zwei Säulen. Das neu hinzugekommene GDR-Projekt inklusive der Veronica-Claims und das an Coeur Mining optionierte TIM-Projekt. Bei Veronica wartet eine unerklärte, 450x450 m große Silber-Blei-Zink-Bodenanomalie auf weitere Untersuchung. Bei TIM bestätigte Coeurs Bohrprogramm 2024 zwar noch keine hochgradigen Erze, aber entscheidende geologische Merkmale eines aktiven CRD-Systems. Die erwarteten Analyseergebnisse und geophysikalischen Daten sollen nun helfen, die heißesten Zonen innerhalb dieses vielversprechenden Systems zu identifizieren. Die Partnerschaft mit Coeur bringt Expertise und Kapital für diese systematische Suche. Die Aktie notiert aktuell mit 0,23 CAD über dem Preis der Kapitalmaßnahme, was als Stärke gewertet werden kann.

Super Micro Computer - KI-Boom treibt Wachstum – aber nicht ohne Risiken
Für Serverbauer wie Super Micro Computer (SMCI) ist Silber als hochleitfähiges Material in Elektronikbauteilen zwar unverzichtbar, doch da der Konzern lediglich Komponenten in seinen Servern verbaut ist die Abhängigkeit von Silber gering. Selbst bei starken Preissprüngen wirkt sich das kaum auf die Gesamtkosten aus, da Silber einfach zu wenig vom Materialeinsatz ausmacht. Entscheidender sind Komponenten wie Halbleiter. Da zudem alle großen Wettbewerber gleichermaßen betroffen sind, entsteht kein strategischer Nachteil. Silber ist für Investoren bei SMCI lediglich ein Randthema.
SMCI profitiert massiv vom KI-Serverboom. Mit spezialisierten Lösungen, etwa für NVIDIAs neueste Chips oder effiziente Flüssigkühlung (DLC), konnte das Unternehmen seine Umsätze im letzten Jahr mehr als verdoppeln. Doch das Rennen wird härter. Konkurrenten wie Dell oder HPE drängen aggressiv in den Markt, chinesische Player wie DeepSeek erhöhen den Innovationsdruck. Das schlägt direkt auf die Profitabilität. Die Bruttomarge rutschte zuletzt unter 10 %, weit entfernt von früheren 15 %. Daher wird Skalierung zum Muss.
Trotz Margendruck bleibt SMCI ein spannendes Unternehmen im KI-Infrastrukturmarkt. Starke Partnerschaften mit NVIDIA oder AMD, energieeffiziente Technologien und der Ausbau eigener Fertigungskompetenz sind klare Pluspunkte. Für Investoren gilt, dass das Potenzial enorm ist, besonders bei weiter hoher KI-Nachfrage. Doch die Aktie ist kein Selbstläufer. Die Fähigkeit, trotz Wettbewerb und Kostenrisiken profitabel zu skalieren, wird über die langfristige Performance entscheiden. Volatilität bleibt dabei vorprogrammiert. Die Aktie ist momentan für 51,77 USD zu haben.
Der strukturelle Silberengpass, angetrieben durch Tech-Branchen wie Solar, KI und E-Mobilität, wirkt als mächtiger Markttreiber. Xiaomi kämpft mit steigenden Materialkosten für Elektronik und E-Autos, die seine Margen unter Druck setzen, trotz starkem Wachstum in diesen Segmenten. Silver North Resources profitiert als Explorer direkt. Geldsorgen sind durch die erfolgreiche Kapitalerhöhung gebannt, und vielversprechende Projekte wie Haldane im Yukon positionieren das Unternehmen ideal im Rennen um neue Vorkommen. Super Micro Computer hingegen bleibt vom gestiegenen Silberpreis weitgehend unberührt. Der geringe Silberanteil in seinen KI-Servern macht Preissprünge zu einem vernachlässigbaren Kostenfaktor, sodass der Fokus auf Wachstum und Margen im harten Wettbewerb bleibt.
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