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02.04.2025 | 04:45

Tesla ist out, SMRs sind in! Grüner Wasserstoff im Fokus bei nucera, Nel ASA, Plug Power, First Hydrogen und Oklo

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Bildquelle: pixabay.com

Auch wenn Donald Trump den Klimawandel negiert, die internationale Staatengemeinschaft hat nach wie vor Wasserstoff und alternative Energien auf dem Plan. Innerhalb der neuen US-Administration sind seit einigen Monaten neben einer Forcierung der fossilen Energieträger immerhin auch nukleare Projekte in der Diskussion. Im Gespräch sind dabei kleine Reaktoren, sogenannte Small Modular Reactors (SMRs). Sie lassen sich in wesentlich kürzerer Zeit planen, in Betrieb nehmen und können äußerst flexibel eingesetzt werden. In den USA schiebt sich Oklo in diesem Bereich nach vorne, auch die kanadische First Hydrogen steht in den Startlöchern, seine innovativen Lösungen auszurollen. Damit bleibt auch der grüne Wasserstoff im Fokus. Welche Aktien rücken in den Vordergrund?

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: THYSSENKRUPP NUCERA AG & CO KGAA | DE000NCA0001 , First Hydrogen Corp. | CA32057N1042 , OKLO INC | US02156V1098 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , PLUG POWER INC. DL-_01 | US72919P2020

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Inhaltsverzeichnis:


    Jim Payne, CEO, dynaCERT Inc.
    "[...] Wir haben mit unseren patentierten Wasserstoffprodukten Zertifizierungen und Zulassungen in einem Großteil der größten Märkte auf der gesamten Welt. [...]" Jim Payne, CEO, dynaCERT Inc.

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    thyssenkrupp nucera – Der internationale Player

    Die Wasserstoff-Abspaltung des thyssenkrupp-Konzerns nucera bringt internationale Großprojekte auf den Weg und verdient bis dato Geld. Nach dem Börsengang im letzten Jahr hat sich die operative Situation nicht sonderlich verbessert. Denn trotz 27 % höherer Umsätze zum zweiten Quartal 2024/25 in Höhe von 262 Mio. EUR stieg das EBIT nur von 2 auf 8 Mio. EUR, unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn je Aktie von 0,07 EUR. Das Wachstum wurde insbesondere durch eine verbesserte Bruttomarge im Segment Grüner Wasserstoff erreicht. Gleichzeitig sorgten regulatorische Unsicherheiten und hohe Anlaufkosten für Schwierigkeiten im gesamten Sektor. Der Auftragseingang sank überraschend stark um 46 % auf 95 Mio. EUR.

    nucera ist maßgeblich an internationalen Großprojekten beteiligt, wie z. B. im saudi-arabischen Neom. Die US-Firma Air Products hat thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers mit der Lieferung einer Elektrolyseanlage mit einer Leistung von mehr als 2 Gigawatt beauftragt. Der dort produzierte Wasserstoff wird zu klimaneutralem Ammoniak synthetisiert, der exklusiv von Air Products in den weltweiten Markt exportiert wird. Die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Für das laufende Geschäftsjahr 2024/2025 erwartet thyssenkrupp nucera einen Umsatz zwischen 850 und 950 Mio. EUR. Das EBIT soll zwischen minus 30 und 5 Mio. EUR landen, abhängig von der Umsetzung bestehender Aufträge. Ein schneller Kursanstieg der Aktie im März ist auf das beschlossene „Sondervermögen“ zurückzuführen. Mit Kursen um 8,70 EUR und einer Marktkapitalisierung von 1,15 Mrd. EUR ist nucera die derzeit schwerste börsennotierte Wasserstoff-Aktie. Ein Investment drängt sich aktuell nicht auf.

    First Hydrogen und Oklo – Kleine Reaktoren sind auf dem Weg

    Neben verschiedenen alternativen Energien rückt im Hinblick auf die erhoffte Klimawende auch wieder Nuklearstrom und Wasserstoff ins Blickfeld der Investoren. Geschickt ist es, beide Technologien innovativ zu verbinden und mit „sauberem“ Atomstrom flexible Wasserstoff-Vorräte anzulegen. Diese sogenannte Transmitter-Technologie macht für viele Anwendungsbereiche Sinn, gerade dort, wo keine ausreichende Netzversorgung vorherrscht oder klimatische Gegebenheiten eine autarke Versorgung nötig machen. Sogenannte kleine modulare Reaktoren (SMRs) befinden sich in den USA in der engeren Prüfung. Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) werden SMR-Anlagen zukünftig als zuverlässige und erschwingliche Energiequelle helfen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Die einzigartigen Eigenschaften von SMRs in Bezug auf Effizienz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit können die Technologie in die Lage versetzen, eine Schlüsselrolle bei der sauberen Energiewende zu spielen. Weltweit sind gemäß IAEO derzeit 84 solcher Reaktoren in 18 Ländern in der Entwicklung oder im Bau.

    Die HighTech-Konzerne aus dem Silicon Valley zeichnen den Weg vor. Mit Milliarden-Investitionen wollen sie ihren gigantischen Stromverbrauch in den Großrechenzentren mit eigenen, kleinen Reaktoren bestreiten. In den USA ist Oklo Inc. bereits nach vorne geprescht, aber noch sind die Zahlen des Nuklear-Startups aus Santa Clara negativ. Bei noch fehlenden Einnahmen meldete Oklo für 2024 einen Nettoverlust von 0,74 USD pro Aktie, verglichen mit 0,47 USD Minus im Vorjahr. Trotz der Herausforderungen hat das Unternehmen die Einreichung eines Lizenzantrags bei der U.S. Nuclear Regulatory Commission (NRC) für den Bau seines Aurora-Kraftwerks am Idaho National Laboratory bewerkstelligt. Hier geht es voran, die Aktie ist aber deutlich überbewertet!

    Auch der kanadische Innovator First Hydrogen (FHYD) möchte mit dem "Hydrogen-as-a-Service"-Modell in den nächsten Jahren erstmalig Kunden in der Region Montreal-Québec City mit sauberem, grünem Wasserstoff als Kraftstoff versorgen. Als sogenannter First Mover will man die neuen SMRs in Gebieten installieren, in denen die Netzstromversorgung begrenzt oder nicht vorhanden ist, um speicherbaren Wasserstoff für Tankstellen zu produzieren. Zu diesem Zweck hat First Hydrogen nun eine Tochter mit dem Namen First Nuclear auf den Weg gebracht. Durch den Einsatz von SMRs stellt First Nuclear ein stabiles, kostengünstiges und effizientes Verfahren zur Herstellung von grünem Wasserstoff sicher und trägt damit der weltweit wachsenden Nachfrage nach sauberen Energielösungen Rechnung.

    Das Forschungs-Institut IDTechEx geht davon aus, dass die Installationsrate von SMRs als Reaktion auf die Klimakrise erheblich steigen wird und der Weltmarkt bis 2033 ein Volumen von rund 72 Mrd. USD erreichen kann. First Hydrogen ist hier klar in einer kanadischen Pole-Position zur Umsetzung lokaler „NetZero“-Ziele, welche alsbald landesweit Schule machen könnten. Die FHYD-Aktie hat sich nach den jüngsten Ereignissen von 0,35 auf 0,70 CAD glatt verdoppelt. In diesem Bereich kam es nun zu Gewinnmitnahmen. Risikobewusste Anleger erhalten mit Kursen um 0,48 CAD und einer Bewertung von rund 35 Mio. CAD erneut die Chance langfristig mit von der Partie zu sein. Einsammeln!

    Nel ASA und Plug Power – Es bleibt schwierig

    Im Übergang zu 2025 hatten die Wachstumsmärkte große Erwartungen an die dramatisch eingebrochenen Wasserstofftitel gehegt, welche in der Spitze ganze 95 % einbüßen mussten. Mit einigen operativen Verbesserungen, Aufträgen aus den USA und Schottland sowie der gelungenen Abspaltung der Tankstellensparte konnte Nel ASA im März nun endlich wieder 50 % zulegen. Getragen wurde der Aufschwung auch vom deutschen „Sondervermögen“, welches auch 100 Mrd. EUR für Klimaschutz-Projekte vorsieht. Mit Samsung E&A gelang es sogar einen internationalen Partner per Kapitalerhöhung an Bord zu holen. Investoren nutzten die positive Stimmung aber recht schnell, um sich von Nel-Aktien zu trennen. Der Wert fiel von 0,32 wieder auf 0,22 EUR zurück, er steht damit nur noch knapp über dem 5-Jahrestief von 0,166 EUR. Abwarten!

    Für den US-Branchenprimus in Sachen Wasserstoff Plug Power verlief das erste Quartal richtig enttäuschend. Noch zu Jahresbeginn schoss der Publikumstitel von 2,20 auf 3,40 USD nach oben, per Quartalende landete der Kurs bei 1,30 USD. Der Grund: Schlechte Jahreszahlen 2024, leere Kassen und eine große Kapitalerhöhung zu Marktpreisen. Die aktuelle Kursentwicklung spiegelt die schwierige fundamentale Lage des Unternehmens wider. Die PLUG-Aktie eignet sich nur für Casino-Fans!

    In den letzten 6 Monaten konnte First Hydrogen die Peergroup klar outperformen. Das liegt an der neuen Fokussierung auf die SMR-Technologie zur Produktion von Wasserstoff. Auch Oklo und thyssenkrupp nucera haben einiges zu bieten, sie sind aber hoch bewertet. Nel ASA und Plug Power suchen weiterhin Boden unter den Füßen. Quelle: LSEG vom 01.04.2025

    US-Präsident Donald Trump hat der Börse in 2025 bislang einen Bärendienst erwiesen. Die Zinsen steigen stark, ebenso die Verschuldung. Wachstumswerte leiden unter den verschlechterten Rahmenbedingungen für Zukunfts-Investitionen. Immerhin gibt es einige Lichtblicke im Anlageuniversum. Im Bereich kleiner Kernkraft stechen Oklo und First Hydrogen mit innovativen Ansätzen hervor. Anleger sollten ihr Depot breit streuen, um das Gesamtrisiko zu senken.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Die jüngsten geopolitischen Spannungen und der Trump-Putin-Gipfel in Alaska verdeutlichen, wie fragil die weltweiten Lieferketten aufgrund der hohen Unsicherheiten derzeit sind – besonders für die europäische Industrie, die unter Energiemangel und Handelsblockaden leidet. Diese Gemengelage spiegelt sich an den Kapitalmärkten wider, wo Zinsen tendenziell steigen und die Risikoaufschläge zunehmen. Trotzdem sind fast täglich neue Höchstkurse zu verzeichnen. Unter dem Druck steigender Rohstoffpreise stehen gerade westliche Industrie-Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre Beschaffungsstrategien neu auszurichten, um im zunehmend fragmentierten globalen Handel zu bestehen. Für Anleger eröffnen sich dabei Chancen dort, wo flexibel und widerstandsfähig auf diese Veränderungen reagiert wird. Auf welche Investments sollten Anleger also setzen, um das Depot erfolgreich durch die turbulente Phase globaler Umwälzungen zu navigieren?

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    • grüner Wasserstoff
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    Die globale Wasserstoffwirtschaft steht vor dem Durchbruch. Dieser wird getrieben von milliardenschweren Dekarbonisierungszielen, Unabhängigkeitsstreben von fossilen Brennstoffen und sinkenden Ökostromkosten. Das könnte die Nachfrage bis 2050 verfünffachen. Schon 2035 sollen 60 % des Energiebedarfs aus sauberer Produktion stammen, gestützt durch über 1.500 Großprojekte weltweit. Trotz Lücken zwischen Planung und Umsetzung signalisieren Investitionen von bis zu 680 Mrd. USD in den kommenden Jahren und bahnbrechende Industrieverträge einen irreversiblen Wandel. In diesem Momentum positionieren sich drei Schlüsselplayer strategisch: Plug Power, Pure Hydrogen und Nel ASA.

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    Die Brennstoffzelle gilt seit Jahren als Hoffnungsträger im Antriebsbereich, konnte sich im Automobilsektor aber bislang nur begrenzt etablieren. Während Batterien den Massenmarkt prägen, punkten Brennstoffzellen vor allem im Schwerlast- und Fernverkehr mit Reichweite und kurzen Tankzeiten sowie in stationären Systemen. Plug Power arbeitet an Infrastrukturprojekten, während dynaCERT mit Wasserstoffsystemen bestehende Antriebe effizienter macht und so als Brücke in die nächste Ära dienen kann. Parallel gewinnen Small Modular Reactors (SMRs) von Anbietern wie Oklo und NuScale an Bedeutung, da sie eine stabile, CO2-arme Energieversorgung für die Industrie sowie Wasserstoffproduktion versprechen. Für Anleger eröffnen sich Chancen in zwei Zukunftsmärkten: Nachhaltige Mobilität und Skalierbare Energielösungen – beide mit politischem Rückenwind und hohem Wachstumspotenzial. Wie sollten Anleger mit ihrem Depot verfahren?

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