07.08.2025 | 05:40
Der stabilste Trend der Welt: Kraft Heinz, Nestlé, Veganz
Wenn es während unsicheren Marktphasen auf Stabilität im Depot ankommt, setzen erfahrene Anleger nicht selten auf Titel aus den Bereichen Basiskonsum oder Lebensmittel. Doch auch der Markt für Lebensmittel ist umkämpft – Produkte aus den 1980ern locken heute kaum noch Kunden an oder erfordern stetige Ausgaben für Marketing. Wachstum ist stattdessen nur mit Innovationen möglich. Wie sich die großen Nahrungsmittel-Multis an den Trends von morgen beteiligen und wieso Privatanleger den Konzernen bei der Aktie von Veganz etwas voraushaben.
Lesezeit: ca. 3 Min.
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Autor:
Nico Popp
ISIN:
VEGANZ GROUP AG | DE000A3E5ED2 , KRAFT HEINZ CO.DL -_01 | US5007541064 , NESTLE NAM. SF-_10 | CH0038863350
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Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Nico Popp
In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys
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Kraft Heinz geht bewusst neue Wege und jagt die Trends
Der Lebensmittelmarkt ist von ständigen Innovationen getrieben. Große Konzerne halten gezielt Ausschau nach neuen Trends – und greifen zu, sobald sich vielversprechende Entwicklungen abzeichnen. So auch der Lebensmittelkonzern Kraft Heinz, der sein Geschäft eigentlich auf ein breites Portfolio bekannter Marken wie Heinz Ketchup, Kraft-Käse und Oscar Mayer Würstchen bis hin zu Tiefkühl- und Fertiggerichten stützt. Das Kraft-Prinzip: Produkte in großen Stückzahlen effizient herstellen und die Marge optimieren. Trotz seines traditionellen Images hat Kraft Heinz zuletzt in Trendkategorien investiert, etwa im Bereich der pflanzlichen Alternativen: 2022 gründete Kraft Heinz ein Joint Venture mit dem chilenischen Start-up NotCo, um pflanzliche Versionen beliebter Produkte neu zu erschaffen. Unter dem Label The Kraft Heinz Not Company brachte man seitdem Kraft NotMayo, NotCheese-Scheiben sowie ein pflanzenbasiertes NotMac&Cheese auf den Markt. Anfang 2024 folgte mit NotHotDogs und NotSausages sogar der Vorstoß ins Fleischimitat-Segment.
Neben pflanzlichen Nahrungs-Alternativen setzt Kraft Heinz auch auf andere Produktinnovationen, wie der 2023 vorgestellte Heinz Remix, eine Soßen-Mischstation für Gastro-Betriebe. Ähnlich wie Coca-Colas Freestyle-Automat ermöglicht der Heinz Remix Kunden, Basissoßen wie Ketchup, BBQ oder Ranch mit verschiedenen Geschmackszusätzen zu personalisieren. Gleichzeitig erfasst das Gerät anonymisierte Echtzeitdaten über beliebte Geschmacks-Kombinationen und liefert diese wertvollen Trends zurück an Kraft Heinz.
Nestlé will Pionier bei Hybrid-Fleisch werden
Äußerst innovativ zeigt sich auch der Schweizer Konzern Nestlé. Das Unternehmen, das neben Schokolade auch Kaffee und viele andere Produkte im Portfolio hat, hat sich während der vergangenen Jahre ebenfalls an Startups für pflanzenbasierte Produkte beteiligt. Beispiele sind die Zukäufe von Sweet Earth und Nature’s Heart. 2021 bestätigte Nestlé eine Partnerschaft mit dem israelischen Labor-Fleisch-Pionier Future Meat Technologies, um Laborfleisch in Kombination mit Pflanzenprotein zu erforschen. Das Ziel: frühzeitig Know-how aufzubauen, um eines Tages hybride Produkte aus pflanzlichem und echtem Zellfleisch anbieten zu können, die geschmacklich überzeugen und nachhaltiger sind. Branchenexperten sehen in Nestlé einen potenziellen ersten Global Player in diesem Bereich.
Veganz macht Pflanzen-Milch unkompliziert wie Tomaten-Ketchup
Mit einem innovativen Produkt, das ganze Industrien umkrempeln könnte, punktet auch das deutsche Unternehmen Veganz. Das Unternehmen, das über 165 Produkte von veganem Käse und Fleischalternativen bis hin zu Süßwaren im Angebot hat, schickt sich jetzt an, den Milchmarkt zu revolutionieren. In einem patentierten 2D-Druck-Verfahren stellt Veganz pflanzliche Milchplatten her, die in der Systemgastronomie wieder verflüssigt werden können. Das Ergebnis: Leckere pflanzliche Milch in höchster Qualität, die zudem länger haltbar ist und mit weniger Verpackung auskommt. Der Markenname: Mililk. Der Kampf gegen Verpackungsmüll ist auch bei großen Unternehmen der Lebensmittelbranche, wie etwa Nestlé seit Jahren ein Thema.
Zuletzt schloss Veganz eine Kapitalerhöhung über 7,1 Mio. EUR erfolgreich ab und richtete sich auch strategisch neu aus: Veganz-Gründer Jan Bredack tritt als CEO ab, und übergibt an Finanzexperte Rayan Tegtmeier, der das Geschäft profitabel skalieren will und dabei unter anderem auf Mililk setzt. Für 2026 ist in den USA bereits ein Werk für die 2D-Milchplatten geplant. Die Analysten von mwb Research sehen in der Aktie von Veganz einen spekulativen Kauf und erwarten ein Kursziel von 21,50 EUR je Aktie. Hinzu könnten weitere 10,80 EUR Kurspotenzial kommen, die ein Verkauf des Tochter-Unternehmens OrbiFarm einbringen könnte, den Veganz gerade vorantreibt.
Mililk als Hoffnung für die Systemgastronomie
Die Aktie von Veganz brachte Anlegern während der vergangenen Monate satte Renditen. So richtig entfalten dürfte das Unternehmen sein Potenzial aber erst, sobald es gelingt, Mililk im großen Stil auszurollen. Die pflanzliche Milch-Alternative ist nicht nur nachhaltig, sondern würde Kunden aus der Systemgastronomie auch Kosten sparen. Ist die erste Resonanz positiv, könnte die Technologie auch die Aufmerksamkeit der ganz Großen der Branche auf sich ziehen – ohne Innovationen geht es auch auf dem Markt für Lebensmittel nicht. Anleger mit Weitblick können ihren Wissensvorsprung jetzt nutzen.
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