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04.09.2024 | 06:00

Bayer, Vidac Pharma, BioNTech – Healthcare Sektor vor einer Renaissance

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Bildquelle: pixabay.com

In den letzten Monaten zeigen sich verheißungsvolle Anzeichen für eine Renaissance des Healthcare-Sektors. Innovative Start-ups treiben trotz Investitionsrückgängen die digitale Transformation voran, wie der Digital Health Radar 2024 belegt. In Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach bis Juli 2024 bedeutende Gesetzesreformen eingeführt, wie die Einführung der elektronischen Patientenakte und des e-Rezepts. Ergänzt von erhöhter M&A-Aktivität und technologischer Integration durch Telehealth und KI erwarten Experten langfristig ein erhebliches Wachstumspotenzial, trotz der Herausforderungen im Jahr 2023. Diese Entwicklungen lassen auf eine vielversprechende Zukunft des Healthcare-Sektors schließen. Wir sehen uns drei spannende Kandidaten an.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026

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Inhaltsverzeichnis:


    Bayer – positive Studienergebnisse

    Bayer kämpft nach wie vor mit den Rechtsstreitigkeiten rund um die teure Monsanto Übernahme. Neben den Schadensersatzklagen drücken die daraus entstandenen Schulden. Auch in der onkologischen Forschung steht der Konzern vor Herausforderungen. Der Start der Phase-3 Studie „SOHO-2“ für ihr potenzielles Lungenkrebsmedikament BAY2927088 ist ein wichtiger Schritt. Bisher gibt es keine zugelassenen zielgerichteten Erstlinientherapien für nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) mit HER2-Mutationen. Eine erfolgreiche Studie ist entscheidend für Bayer, um die Glaubwürdigkeit in seiner Pipeline zu stärken und den langfristigen Erfolg in der Sparte Onkologie zu sichern. Der Konkurrenzdruck und die strengen regulatorischen Anforderungen stellen zusätzliche Hürden dar.

    Trotz der Herausforderungen im onkologischen Bereich zeigt Bayer vielversprechende Entwicklungen in der Pharmasparte. Der Medikamentenkandidat Kerendia, der bereits zur Behandlung von chronischer Nierenerkrankung bei Typ-2-Diabetes zugelassen ist, könnte bald auch für Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Auf dem Kardiologen-Kongress ESC in London wurden beeindruckende Ergebnisse präsentiert. Die Studien zeigen eine signifikante Verringerung der Todesfälle und Hospitalisierungen um 16 % gegenüber Placebo. Dies könnte eine Erweiterung der Zulassung ermöglichen und Bayer eine starke Position im Markt für Herz-Kreislauf-Medikamente sichern.

    Analysten sehen in den jüngsten Fortschritten großes Potenzial für Bayer. Die bereits erzielten Umsatzsteigerungen mit Kerendia im 2. Quartal dieses Jahres unterstreichen dies: zwischen April und Juni verzeichnete Bayer einen Umsatzanstieg von 72 % auf 115 Mio. EUR. Diese Zahlen stärken das Vertrauen der Investoren in Bayers Fähigkeit, ihre Pharmasparte trotz bestehender Herausforderungen voranzutreiben. Bleibt die Zulassungserweiterung erfolgreich, könnte Kerendia helfen, die entgangenen Einnahmen durch auslaufende Patente anderer Medikamente zu kompensieren. Analysten prognostizieren einen Jahresspitzenumsatz von über 2 Mrd. EUR für das Präparat. Die Aktie von Bayer tendiert weiter seitwärts und ist aktuell für 28,15 EUR zu haben.

    Vidac Pharma – Fachbericht sorgt für Aufsehen

    Vidac Pharma, ein börsennotiertes Unternehmen in der klinischen Entwicklungsphase, bietet eine spannende und vielversprechende Perspektive. Vidac Pharma’s neuestes Produkt, VDA-1275, befindet sich nach einem Fachbeitrag im Zentrum des Interesses. Dieser innovative Medikamentenkandidat zur Behandlung von soliden Tumoren hat in vorklinischen Studien beeindruckende Ergebnisse erzielt. Als Monotherapie zeigt VDA-1275 eine signifikante Wirksamkeit gegen Tumore. Noch bemerkenswerter sind die synergistischen Effekte, die beobachtet wurden, wenn VDA-1275 in Kombination mit herkömmlichen Krebstherapien eingesetzt wird. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Fähigkeit von VDA-1275, eine Immunantwort auszulösen – ein vielversprechender Hinweis auf sein Potenzial in der Krebsbehandlung.

    Die wichtigsten Ergebnisse der Studie waren, dass VDA-1275 die Apoptose (programmierter Zelltod) wieder in Gang setzt, die schnelle Vermehrung von Krebszellen stoppt, den für Tumore typischen hyperglykolytischen Stoffwechsel reduziert, eine immunologische Reaktion auslöst, das Überleben in einem Darmkrebsmodell bei Mäusen auf statistisch signifikante Weise erhöht und eine synergistische Wirkung in Kombination mit weit verbreiteten Krebsmedikamenten in einem 3D-Organoidmodell für menschlichen Leberkrebs zeigt. Die ersten klinischen Studien am Menschen sind für das 1. Quartal 2025 geplant. Diese Tests markieren einen entscheidenden Schritt in der Entwicklung von VDA-1275 und könnten Vidac Pharma in eine neue Ära der Krebsbehandlungsoptionen katapultieren.

    Mit VDA-1102 gibt es ein weiteres vielversprechendes Produkt in der Pipeline, das bereits in der klinischen Phase-2 ist. Dieses Medikament hat bereits positive Ergebnisse bei der Behandlung von aktinischer Keratose gezeigt. Zudem haben Zulassungsbehörden in Österreich und Israel grünes Licht für Phase-2 Studien zur Behandlung von Mycosis fungoides, einer Form von kutanem T-Zell-Lymphom, gegeben. In Anbetracht der Fortschritte und der bevorstehenden klinischen Studien zeichnet sich hier großes Potenzial ab. Die Analysten von Sphene Capital haben am 29. Juli eine Kaufempfehlung mit einem Zielpreis von 4,90 EUR herausgegeben. Derzeit notiert die Aktie bei 0,25 EUR in Stuttgart.

    BioNTech – vom Höhenflug zu Herausforderungen

    In den turbulenten Zeiten der COVID-19-Pandemie erlebte die Biotech-Industrie einen beispiellosen Boom, insbesondere durch die erfolgreiche Einführung von mRNA-Impfstoffen. BioNTech stand dabei im Fokus, verzeichnete Rekordkurse und hohe Gewinne. Doch mit dem Rückgang der pandemischen Bedrohung sank auch die Nachfrage nach Impfstoffen drastisch. Das Unternehmen geriet unter Druck, seine Geschäftsmodelle zu diversifizieren. Doch ein anderes serienreifes Produkt haben die Mainzer noch nicht und so kämpft man aktuell mit erheblichen Verlusten und ist gezwungen, langfristige Wachstumsstrategien zu entwickeln.

    Nach der Pandemie konzentrierte sich BioNTech verstärkt auf seine Wurzeln: die Entwicklung von Krebsmedikamenten. Mit Zielgerichtetheit arbeitet das Unternehmen an innovativen Therapien gegen Infektionskrankheiten wie Malaria und Tuberkulose sowie an mRNA-basierten Krebsimpfstoffen. Die Hoffnung ist, diese Technologien ähnlich erfolgreich wie bei COVID-19 zu nutzen. Biontechs Medizinvorstand Özlem Türeci erklärte kürzlich, dass die Krebstherapie in Zukunft personalisiert und zielgerichtet sein wird, wobei mRNA-Impfstoffe, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate und Zelltherapien eine wichtige Rolle spielen werden.

    Trotz der aktuellen Verluste und juristischen Auseinandersetzungen, wie etwa Patentstreitigkeiten und Forderungen nach höheren Lizenzgebühren, gibt es auch Lichtblicke. Erfolgreiche Forschungsprogramme und die potenzielle Einführung neuer Medikamente könnten die Aktie langfristig stabilisieren. Analysten erwarten eine moderate Kurserholung. Die jüngsten Fortschritte in der Onkologie, kombiniert mit einem Fokus auf personalisierte Medizin und zielgerichtete Therapien, bieten ein vielversprechendes, wenn auch risikobehaftetes, Investitionspotenzial in einer sich wandelnden Biotechnologie-Landschaft. Die Aktie hat sich mittlerweile wieder deutlich von der 70 EUR Marke entfernt und kostet derzeit 78,85 EUR.


    Insgesamt deutet alles auf eine vielversprechende Zukunft für den Healthcare-Sektor hin. Bayer zeigt trotz Herausforderungen Fortschritte in der Pharmasparte, insbesondere mit Kerendia, das signifikante klinische Erfolge aufweist. Vidac Pharma erzielt durch innovative Medikamente wie VDA-1275 und VDA-1102 vielversprechende Ergebnisse in vorklinischen und klinischen Studien und verschreibt sich voll und ganz dem Kampf gegen Krebs. BioNTech hingegen arbeitet intensiv an der Diversifizierung seiner Geschäftsfelder, insbesondere im Bereich der Krebsbehandlung, um langfristig Stabilität und Wachstum zu sichern. Diese Entwicklungen lassen auf eine blühende Renaissance im Healthcare-Sektor schließen.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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