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31.07.2025 | 05:00

Auf den Spuren von PayPal und Co.? Deutz und Veganz wagen die Revolution

  • Innovation
  • neue Geschäftsfelder
Bildquelle: pexels.com

Von 30 auf über 260 USD kletterte die Aktie von PayPal in nur vier Jahren – doch was war der Grund für den Hype zwischen 2016 und 2021? PayPal wurde als Innovationstreiber wahrgenommen. Schon damals preiste der Markt die bedeutende Marktstellung und die potenziellen Chancen ein – beispielsweise bei Kryptowährungen. Erst vor wenigen Tagen hat PayPal schließlich Krypto-Zahlungen bei sich ausgerollt. Der Markt nahm diese Entscheidung aber bereits vor Jahren vorweg. Das zeigt: Unternehmen, denen der Markt immer neue Innovationen zutraut, bekommen Vorschusslorbeeren in Form stark steigender Kurse. Wir stellen neben PayPal zwei Innovationstreiber von heute vor, die zu neuen Lieblingen der Märkte werden könnten.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: VEGANZ GROUP AG | DE000A3E5ED2 , DEUTZ AG O.N. | DE0006305006 , PAYPAL HDGS INC.DL-_0001 | US70450Y1038

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Inhaltsverzeichnis:


    PayPal: Trotz Innovation zwischen Hype und Depression

    PayPal gilt als führender digitaler Zahlungsdienstleister der Welt und verdient sein Geld mit Transaktionsgebühren. Erst in diesem Monat führte das Unternehmen Krypto-Zahlungen ein. Diese neue Funktion ermöglicht es Kunden, verschiedene Kryptowährungen, darunter Bitcoin, Ethereum und über 100 weitere, direkt an der Kasse bei Millionen von Händlern weltweit zu verwenden. Ein wesentlicher Vorteil für Händler ist, dass PayPal die gewählte Kryptowährung am Verkaufsort automatisch und sofort in Fiat-Währung umwandelt. Das bedeutet, dass Händler Zahlungen in ihrer Landeswährung erhalten, ohne der Volatilität des Kryptomarktes ausgesetzt zu sein. Diese Innovation soll die Gebühren für grenzüberschreitende Transaktionen im Vergleich zur traditionellen internationalen Kreditkartenabwicklung erheblich - Beobachter sprechen teils von bis zu 90 % - senken. Dieses Sparpotenzial macht internationale Zahlungen für Unternehmen jeder Größe einfacher und attraktiver und könnte PayPals globale Handelspräsenz erheblich erweitern. Doch was macht der Markt? Er Bleibt skeptisch!

    Trotz guter Zahlen zum zweiten Quartal inklusive über den Erwartungen der Analysten liegendem Gewinn je Aktie von 1,40 USD, höheren Umsatzzahlen und einem optimistischeren Ausblick auf 2025 reagierte die Aktie verhalten. Es scheint, als sei das Glas bei PayPal-Investoren inzwischen eher halb leer – noch vor fünf Jahren war es genau andersherum. Leicht sinkende Transaktionszahlen könnten angesichts der Chancen bei Krypto-Zahlungen als neues Nutzerverhalten interpretiert werden, der Markt sieht darin aber ein Warnsignal. Diese Ausgangslage verspricht kurzfristig nicht viel für die Aktie von PayPal – langfristig entstehen aber Chancen. Dafür muss der Markt aber umdenken.

    Deutz: Rüstung rettet die Zahlen

    Umgedacht hat auch Motoren-Spezialist Deutz, der sich inzwischen stärker als bislang im militärischen Bereich engagiert. 2024 kaufte der Industrielieferant aus Köln das polnische Unternehmen BTH FAST und liefert damit auch Motoren für Militärfahrzeuge. Die Zahlen für das erste Quartal 2025 waren zwar durchwachsen, doch nannte Deutz um 30,3 % höhere Auftragseingänge und machte dafür explizit die jüngste M&A-Strategie verantwortlich. Das Engagement im Bereich Rüstung macht sich also bezahlt. Schon zuvor hat sich Deutz auch in den Bereichen dezentrale Energielösungen sowie Wasserstoffverbrennungsmotoren engagiert. Analysten bewerten die Deutz-Aktie im Juli 2025 überwiegend positiv. Von den drei Analysten, die in den letzten drei Monaten Kursziele abgegeben haben, sehen alle den Wert bei "Kaufen" oder "Strong Buy". Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 10,60 Euro. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 37,66 % gegenüber dem aktuellen Niveau. Nach einem Anstieg von 65 % in sechs Monaten könnte die Aktie des Zyklikers aber auch konsolidieren.

    Macht Veganz bald Millionen mit Mililk?

    Bereits konsolidiert hat der Anteilsschein von Veganz: Von Kursen jenseits der Marke von 90 EUR stürzte der Wert auf bis zu 5 EUR ab. Seit einigen Monaten geht es aber wieder nach oben. Hintergrund der Kurserholung könnten auch die Innovationen sein, die das Unternehmen vorantreibt. Die Tochter-Gesellschaft Mililk FoodTech GmbH will künftig den Markt für pflanzliche Milch-Alternativen revolutionieren. Konkret geht es um ein eigens entwickelte 2D-Druckverfahren, um Hafermilch und Co. in Platten auszuliefern. Die auf diese Weise stark konzentrierte Milch kann ohne Qualitätsverlust und in Bio-Qualität wieder verflüssigt werden. Konkret richtet sich der Ansatz von Mililk an Gastronomie-Betriebe, wie Kaffeehaus-Ketten oder Fast-Food-Restaurants. Dank der Technologie von Veganz ist die so aufbereitete pflanzliche Milch-Alternative lange haltbar, ist um um bis zu 85 % leichter und damit ohne Kühlung besser zu lagern. Das senkt sowohl bei Lagerung als auch beim Transport die Kosten und reduziert zudem den Verpackungsmüll deutlich.

    Schon vor rund zwei Wochen vermeldete Veganz eine Kapitalerhöhung von 7,1 Mio. EUR, um die Eigenkapitalbasis zu stärken und die Expansion von Mililk voranzutreiben. Das Besondere: Das bisher in erster Linie im DACH-Raum aktive Unternehmen hat bereits einen Produktionsstandort in den USA ausgewählt, um dort mit Mililk durchzustarten. Das Land, in dem die System-Gastronomie zu Hause ist und wo es in jeder Kleinstadt mehrere Filialen der bedeutendsten Franchise-Ketten gibt, ist dafür prädestiniert. Bis 2026 will Veganz das Werk in den USA aufgebaut haben.

    Höhere Kursziele liegen dank Beteiligungsverkauf in der Luft – Aktie vor Neubewertung?

    Neben der Fantasie rund um Mililk könnte Veganz auch vom geplanten Verkauf des Tochter-Unternehmens OrbiFarm GmbH profitieren, der für 30 Mio. EUR plus Gewinnbeteiligung vonstattengehen soll. Die Analysten von mwb research sehen in diesem Fall ein um 10,80 EUR höheres Kursziel – aktuell sprachen die Analysten ein Kursziel von 21,50 EUR für die Veganz-Aktie aus. Klappt der Verkauf von OrbiFarm, ist daher mit einem Update zu rechnen – das neue Kurspotenzial könnte dann jenseits der Marke von 30 EUR und damit rund 50 % über dem aktuellen Kurs liegen. Die Veränderungen im Beteiligungsportfolio und die Expansion in die USA mit einem innovativen Produkt könnten für Veganz zu einem Game Changer werden. Die Beispiele von PayPal und Deutz zeigen, dass der Kapitalmarkt Innovationen und eine stringente Geschäftsentwicklung honoriert. Noch ist die Aktie von Veganz weit davon entfernt, nach oben zu übertreiben. Vielmehr scheint die aktuelle Bewertung Substanz und Perspektive von Veganz noch nicht fair abzubilden.


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    Der Autor

    Nico Popp

    In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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