23.07.2025 | 06:00
Kritische Rohstoffe wie Seltene Erden im Rampenlicht – wie European Lithium RENK, BYD und Ihre Rendite rettet
Der globale Kampf um Lithium und Seltene Erden entscheidet über die industrielle Zukunftsfähigkeit. Während Staaten mit Milliardeninvestitionen die Kontrolle über kritische Wertschöpfungsketten erzwingen, werden Unternehmen ohne Rohstoffsicherung zum Spielball geopolitischer Spannungen. Bestes Beispiel ist der Einstieg des Pentagons bei MP Materials. Renk, als Rüstungsspezialist für Hochleistungsgetriebe, und BYD, der Gigant für Elektromobilität, sind existenziell auf stabile Lieferketten angewiesen. Genau hier setzt European Lithium an: Das Unternehmen könnte Europas strategische Abhängigkeit durch heimische Förderung brechen.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Armin Schulz
ISIN:
EUROPEAN LITHIUM LTD | AU000000EUR7 , RENK AG O.N. | DE000RENK730 , BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296
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Inhaltsverzeichnis:

"[...] Unser Ziel ist es, bald zwischen 500 und 1.000 Tonnen pro Monat zu exportieren. Das könnte für uns einen Cashflow zwischen 500.000 und 1 Million CAD bedeuten. [...]" Frederick Kozak, President and CEO, Auxico Resources Canada Inc.
Der Autor
Armin Schulz
Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.
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European Lithium – Seltene Erden und Lithium unter einem Dach
Seit Juni steht bei European Lithium das Tanbreez-Projekt in Grönland im Fokus. Ein laufendes 2.000 m Bohrprogramm soll die bekannten Ressourcen von 22,56 Mio. t des Seltenen Erden-Vorkommens deutlich erweitern. Erste Bohrkern-Begutachtungen deuten auf hohe Eudialyt-Anteile hin, ein Träger wertvoller Seltenenerdmetalle. Entscheidend werden jedoch die Laborergebnisse in 3-4 Monaten sein. Parallel schreitet die Machbarkeitsstudie voran, die bis zum 4. Quartal 2025 bankfähige Daten für die Minenentscheidung liefern soll. Für Investoren ist das Timing spannend. Gelingt die Ressourcenausweitung, rückt Tanbreez als eines der wenigen bedeutenden westlichen Seltenenerden-Projekte näher an die Realisierung.
Die strategischen Weichen sind gestellt. Die US-Export-Import-Bank signalisierte bereits eine potenzielle Finanzierungshilfe von bis zu 120 Mio. USD. Diese nicht verwässernde Lösung könnte den Weg zur Produktion ebnen, sofern Genehmigungen und Studien positiv ausfallen. European Lithium besitzt 7,5 % des Projekts. Seine Tochtergesellschaft Critical Metals Corp. (CMC) hält aktuell 42 % des Projekts und kann den Anteil bis auf 92,5 % aufstocken. Laut der Meldung vom 16. Juli besitzt European Lithium rund 64 Mio. Aktien von CMC, was derzeit einen Wert von rund 246 Mio. USD darstellt. Für Europa ist Tanbreez geopolitisch relevant, denn es reduziert die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten für kritische Hightech-Metalle.
Während Tanbreez im Fokus steht, nimmt das Wolfsberg-Projekt in Österreich konkretere Formen an. Als erste voll genehmigte Lithiummine Europas soll sie ab 2026/27 batteriefähiges Lithiumhydroxid liefern. Ein namhafter Partner ist bereits an Bord. BMW sichert sich die zukünftige Lithiumproduktion für seine Elektromobilität. Das Wolfsberg-Projekt adressiert Europas drängendstes Problem, die lokale Versorgungssicherheit ohne lange Lieferketten. Derzeit ist das Unternehmen trotz des zuletzt starken Kursanstiegs bis auf 0,098 AUD günstig bewertet. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 0,089 AUD liegt die Marktkapitalisierung bei rund 130 Mio. AUD. Da allein die Beteiligung an der Tochtergesellschaft 246 Mio. USD wert ist, besteht hier Nachholpotenzial.
RENK – Kapazitätsausbau schreitet voran
RENK startete 2025 mit Rekordaufträgen. Der Eingang neuer Orders vervielfachte sich im 1. Quartal auf 549 Mio. EUR, der Umsatz stieg um 15 % auf 273 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 38 % bei einer Marge von 14,1 %. Treiber bleibt das Kerngeschäft mit Militärfahrwerken (VMS), das allein 172 Mio. EUR Umsatz beisteuerte. Ein zentraler Faktor für diese Hochleistungstechnik ist der Bedarf an Seltenen Erden, die auch in vielen anderen Rüstungsbereichen benötigt werden. Die Versorgungssicherheit dieser Rohstoffe bleibt ein kritischer Hebel, besonders bei globalen Lieferengpässen.
Die Internationalisierung und der Produktionsausbau schreiten voran. Die neue Fabrik in Indien stärkt die Präsenz in Wachstumsmärkten und ermöglicht flexiblere Auftragsabwicklung. Gleichzeitig sprudeln Großaufträge, wie etwa für Getriebelieferungen nach Litauen und in die USA. Ergänzt wird dies durch strategische Allianzen, wie die jüngst geschlossene Partnerschaft mit dem Robotik Spezialisten ARX. Ziel ist die Entwicklung autonomer Fahrzeugfunktionen und die digitale Transformation bestehender Systeme. Diese Kooperation unterstreicht RENKs Fokus auf Zukunftstechnologien jenseits rein mechanischer Lösungen.
RENK profitiert strukturell von steigenden Verteidigungsbudgets in NATO-Staaten. Das Unternehmen investiert selbst massiv rund 500 Mio. EUR in den Kapazitätsausbau und resilientere Lieferketten. Die Prognosen bleiben ambitioniert. Für 2025 werden über 1,3 Mrd. EUR Umsatz erwartet, mittelfristig peilt man 2 Mrd. EUR an. Die Herausforderungen liegen in der Volatilität geopolitischer Rahmenbedingungen und der Abhängigkeit von Hochleistungsrohstoffen. Dennoch festigt RENK mit operativer Stärke und technologischer Tiefe seine Rolle als systemkritischer Zulieferer in einem langfristig wachsenden Markt. Die Aktie kostet momentan 71,87 EUR.
BYD - Aufschwung mit Hindernissen
Der Umstieg auf E-Autos hat massive Folgen für den Rohstoffbedarf. Im Vergleich zu herkömmlichen Benzinern brauchen Elektrofahrzeuge nämlich deutlich mehr Metalle und Mineralien. Experten sprechen hier von bis zu sechsmal so viel. Besonders Lithium für die Akkus und Seltene Erden werden gebraucht. Sowohl politische Vorgaben als auch die Marktentwicklung treiben diese Entwicklung voran. So plant die EU beispielsweise, dass große Autovermieter ab 2030 nur noch E-Fahrzeuge anschaffen dürfen. Solche Initiativen kurbeln die Nachfrage nach Herstellern mit starker Elektrofertigung an, wie BYD. Engpässe bei diesen kritischen Materialien bleiben jedoch ein Risiko für die gesamte Branche.
BYD punktet durch vertikale Integration: Eigene Batterie- und Chipproduktion ermöglichen Kostenvorteile und aggressive Preispolitik. Zuletzt senkte der Konzern die Preise für Elektroautos teilweise um gut ein Drittel, um Marktanteile zu verteidigen. In 2024 stieg der Absatz um 41 % auf 4,27 Mio. Fahrzeuge. Doch der Wettbewerbskampf nagt an den Margen. Trotz robustem Umsatzwachstum steigen die Verkaufszahlen nicht mehr ganz so schnell. Das ehrgeizige Ziel von 5,5 Mio. Einheiten für 2025 erscheint ambitioniert.
Die Internationalisierung ist BYDs Antwort auf den heimischen Preisdruck. Das Unternehmen baut seine Präsenz in Europa, Lateinamerika und Asien aus und reagiert geschickt auf Handelsbarrieren. Geplante Fabriken in Ungarn oder Brasilien sollen Zölle umgehen. In Brasilien startete nun die lokale Produktion, ein strategischer Schachzug gegen neue Importabgaben. Parallel drängt BYD mit Premiummodellen wie dem SUV U8 in höhere Segmente. Doch geopolitische Spannungen, etwa drohende Sonderzölle in der EU oder den USA, bleiben Stolpersteine. Die Expansion ist vielversprechend, aber kein Sprint. Die Aktie konnte zuletzt wieder zulegen und ist derzeit für 14,60 EUR zu haben.
Die strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe wie Lithium und Seltener Erden prägt die industrielle Zukunft: MP Materials zeigt mit der Pentagon-Beteiligung, wie Geopolitik Rohstoffversorgung erzwingt. European Lithium bietet mit Wolfsberg und dem vielversprechenden Tanbreez-Projekt Europas Ausweg aus der Importabhängigkeit – ein Schlüsselfaktor für Investoren. RENK, als Rüstungsspezialist für Hochleistungsgetriebe, kämpft trotz Rekordaufträgen und 500 Mio. EUR Investitionen um resilientere Lieferketten, da die Produktion ausgeweitet werden muss. BYD nutzt vertikale Integration für aggressive Elektromobilitäts-Expansion, sieht sich aber durch Handelsbarrieren und schwindende Margen gebremst.
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